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Analysten äußern Bedenken bezüglich der enttäuschenden Quartalszahlen von Tesla


• Tesla verfehlt Umsatzerwartungen und erleidet Gewinneinbruch
• Wedbush bezeichnet Telefonkonferenz als "Mini-Katastrophe"
• Bewertung laut JPMorgan "zunehmend unhaltbar"

Tesla-Bilanz enttäuscht

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Berichtssaison

Vergangene Woche legte US-Elektroautobauer Tesla seine Zahlen für das dritte Quartal vor. Tesla steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 23,35 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte der Musk-Konzern jedoch die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit gut 24 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn brach um 44 Prozent auf 1,85 Milliarden US-Dollar ein.

Tesla-Chef Musk äusserte Sorgen über das hohe Zinsniveau, das die Menschen davon abhalte, sich ein Auto zu kaufen. Tesla versucht seit geraumer Zeit mit Preissenkungen gegen diese Entwicklung anzukämpfen, doch die Preissenkungen drücken die Profitabilität und so versuche der US-Elektroautobauer laut Tesla-Chefingenieur Lars Moravy, "gnadenlos" seine Kosten zu senken.

Daneben dauere der Produktionsanlauf für den Cybertruck laut Musk lange, da das Fahrzeug so ungewöhnlich sei. "Wir haben uns mit dem Cybertruck unser eigenes Grab gegraben", scherzte er laut dpa-AFX in der Telefonkonferenz für Analysten.

Die Tesla-Aktien brachen am Tag nach der nachbörslichen Zahlenvorlage ein: Sie gaben an der NASDAQ letztlich 9,30 Prozent auf 220,11 US-Dollar ab.

Wedbush bezeichnet Conference Call als "Mini-Katastrophe"

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Bei der Telefonkonferenz hob Tesla-Chef Elon Musk die Herausforderungen sinkender Gewinnmargen und den Produktionsplan des Cybertrucks hervor. Laut Wedbush-Analyst Dan Ives sei der Conference Call daher "keine inspirierende Veranstaltung für die Bullen" gewesen, berichtet Business Insider. "Wir würden die Telefonkonferenz gestern Abend als ‚Mini-Katastrophe‘ bezeichnen, da die Street die weltweit sinkenden Margen und ständigen Preissenkungen in den Griff bekommen wollte, aber stattdessen hörten wir von einem viel vorsichtigeren Musk, der sich auf höhere Zinssätze, FSD/KI-Investitionen und das Verdeutlichen des schwierigen Weges für die Cybertruck-Produktion in den nächsten 12 bis 18 Monaten konzentrierte", so Ives am Tag darauf. Wedbush bestätigte sein "Outperform"-Rating nach der Zahlenvorlage, senkte sein Kursziel aber von 350 US-Dollar auf 310 US-Dollar. Damit bleibt immer noch ein Aufwärtspotenzial von rund 46 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau.

JPMorgan: Bewertung "zunehmend unhaltbar"

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Dass Tesla trotz Preissenkungen nicht mehr Fahrzeuge ausliefern konnte, könnte laut JPMorgan auf ein Nachfrageproblem hinweisen, berichtet Business Insider. "Wir halten es für wichtig, die Anleger daran zu erinnern, dass Tesla aufgrund der 15-20% Preissenkungen, die das Unternehmen in allen globalen Märkten für seine Produktpalette durchgeführt hat, nicht mehr Fahrzeuge verkauft hat als ursprünglich erwartet", so JPMorgan. Vielmehr führten Teslas Preissenkungen dazu, dass weniger Fahrzeuge verkauft worden seien, als Analysten zuvor erwartet hatten. Ausserdem rage Teslas EBIT-Marge, die im dritten Quartal bei 7,5 Prozent gelegen habe, nicht mehr heraus. So hätten zum Beispiel Ford und General Motors im zweiten Quartal mit 8,4 Prozent bzw. 7,2 Prozent ähnliche Margen verzeichneten. Daneben erscheine Teslas "Bewertung von fast 800 Milliarden US-Dollar" nach den Zahlen zum dritten Quartal "zunehmend unhaltbar, da die EBIT-Marge und das Umsatzwachstum jetzt auf oder unter den jüngsten Niveaus von General Motors und Ford liegen und der freie Cashflow seit Jahresbeginn nur noch 0,4 % beträgt", zitiert Business Insider. Die US-Grossbank bekräftigte ihr "Underweight"-Rating nach der Zahlenvorlage und bestätigte das Kursziel von 135 US-Dollar. Bei einem aktuellen Kurs von 212,08 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 23. Oktober 2023) würde das einen Rückgang um rund 36 Prozent bedeuten.

BofA warnt vor anhaltendem "Risiko durch Preissenkungen"

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Die Analysten der Bank of America warnten derweil vor einem anhaltenden "Risiko durch Preissenkungen, die darauf abzielen, die Erschwinglichkeit für eine viel grössere Gruppe von Verbrauchern zu verbessern", wie Business Insider berichtet. "Wir bekräftigen unsere neutrale Bewertung für Tesla und wägen die kurzfristigen Risiken aus dem breiteren Makro, dem zunehmenden Wettbewerb und den Auswirkungen der jüngsten Preissenkungen gegen seine Bemühungen ab, Kosten zu senken, sinnvoll zu wachsen und seine einzigartige Fähigkeit, flexibel zu bleiben", so die Bank. Die BofA senkte ihr Kursziel für die Tesla-Aktie von 300 US-Dollar auf 290 US-Dollar. Damit trauen die Experten dem Papier immerhin noch einen Zuwachs von rund 37 Prozent zu.

Weitere Analysten-Einschätzungen

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Börsenkenner Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets erklärte laut dpa-AFX, dass Tesla nach wie vor unter der Rabattschlacht leide, die der Elektroautobauer selbst losgetreten habe.

Laut Emmanuel Rosner von der Deutschen Bank verstärkten Teslas Gewinnrückgang und die vorsichtigen Kommentare zur Fahrzeugnachfrage seine Bedenken bezüglich der schwierigen Fundamentaldaten für das kommende Jahr.

Experte Toni Sacconaghi von Bernstein Research stelle sich angesichts der kollabierten Margen und der in seinen Augen erheblich zu teuren Aktien gar die Frage, ob Teslas Story das Ende bevorstehe und der Musk-Konzern nicht ein ganz normaler Autobauer sei.

Da Tesla laut UBS-Analyst Joseph Spak die Erwartungen an das kommende Jahr gedämpft hat, senkte Spak seine Erwartungen für Auslieferungen, Umsatz und Gewinn je Aktie. Die UBS senkte ihr Kursziel für die Tesla-Aktie von 266 auf 250 US-Dollar und traut dem Papier damit noch ein Kursplus von rund 18 Prozent zu.

Redaktion finanzen.ch

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Author: Devon Roman

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